
Für mich geht es heute einmal übers Wasser auf die andere Seite des Sees nach Dingelsdorf. Und zwar zum Campen. Also kein Zimmerservice, kein extra breites Kingsize Bed und kein komfortables Bad mit kostenlosen Kosmetikprodukten. Stattdessen darf ich heute auf dem Campingplatz Klausenhorn in einem quietschrunden hölzernen Weinfass direkt am See übernachten, mit kleiner Stiege ins kuschelige Bett und der wunderschönsten Natur direkt vor der Nase.
Auf dem Dingelsdorfer Campingplatz Klausenhorn besteht der Luxus aus Stille, sattgrünen Wiesen, leuchtendgelben Rapsfeldern, abgelegenen Wanderpfaden, der unmittelbaren Nähe des Sees und der Möglichkeit, völlig zu relaxen und runterzukommen. Das nenne ich mal Luxus!

Ehrlich gesagt, ich war echt skeptisch, ob mir die kleine Auszeit auf einem Campinglatz gefällt. Aber was soll ich sagen? Ich bin absolut begeistert und kann es nicht nur Touristen von auswärts empfehlen. Es ist auch für Einheimische – besonders für Familien – ein tolles Erlebnis. Es gibt für die Kleinen auf dem Gelände einen Spielplatz und genug Platz zum Rumtoben und Erkunden und direkt nebendran im Strandbad ist jede Menge Platz zum Sonnenbaden, Plantschen und Schwimmen. So bleibt auch für die Erwachsenen Zeit, sich zu erholen und die Seele baumeln zu lassen.



Für mich war es neu, mitten in einer der schönsten Urlaubsregionen Deutschlands (und meiner Heimat) ohne Zelt und Campingausrüstung unberührte Natur und alle Vorzüge eines easy lifestyle zu erleben, denn wir sind zu zweit lediglich mit einem Rucksack angereist, gut verstaut im Bollerwägelchen.

Natürlich haben die echten Camper Kochgeschirr und die halbe heimische Küchenausrüstung mit, wir haben es jedoch genossen, abends eine kleine Wanderung zum Ziegelhofstüble zu unternehmen und dort etwas leckeres zu essen. Der Gasthof befindet sich auf einem Pferdegestüt und Pferdeliebhaber brauchen mindestens eine halbe Stunde, bevor sie sich von einer Weide zur anderen vorwärts bewegt haben, um dann vor den Boxen und Ausläufen mit den wunderschönen und eleganten Tieren zu landen…


Da gerät das Essen schnell in den Hintergrund. Aber auch vom Restaurant aus gibt es ein Panoramafenster in die geräumige Reithalle und spätestens, wenn mein Hauptgericht duftend vor mir steht, spielt die Nahrungsaufnahme wieder die Hauptrolle bei mir. Natürlich haben wir zu zweit nur 2 Gerichte kosten können, aber ich habe fleißig auf die Teller auf den Nachbartischen gelinst und kann alles mit gutem Gewissen empfehlen. Frisch, lecker, großzügige Portionen und wenn es geht, stammen die Zutaten aus der Region. Nicht zu vergessen der nette Service, der trotz der vielen Gäste toll auf uns eingegangen ist und überhaupt locker flockig den Gastgeber spielte.

Unter dem Quark versteckt sich noch eine große Ofenkartoffel… 

Das Putensteak war übrigens so groß, dass wir Probleme hatten, es aufzuessen, obwohl es ganz saftig und zart war.
Pappsatt krabbelten wir danach in unser uriges Weinfass, kuschelten uns in die Decken und schliefen durch bis zum nächsten Morgen. Das möchte ich wirklich betonen, denn ich kann in der ersten Nacht in der Fremde nie gut schlafen. Doch hier, mit dem Duft nach frischen Holz in der Nase, klappt das vorzüglich! Ein Traum!
Zum Abschluss wurde für mich noch für eine Shiatsu Massage bei Marie-Luise Lender gebucht. Auf dem Campingplatz. Wer jetzt eine 0815-Wellness Massage erwartet, wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Ich hätte nie auf einem Campingplatz so eine professionelle Anwendung erlebt. Marie-Luise betrachtet den Körper ganzheitlich und spürt intuitiv, wo es hapert. Shiatsu war für mich ganz neu, deshalb bekam ich eine Einführung in diese Art von Massage. Genauer gesagt ist es eine energetisch-meditative Körperarbeit, die Energieblockaden lösen kann und die körpereigenen Selbstheilungskräfte mobilisiert. In gut verständlichen Worten hat Marie-Luise mir in ihrem heimeligen Holzhäuschen am Anfang des Campingplatzes diese Körperarbeit näher gebracht. Von mir wollte sie gar nicht viel wissen, ausser natürlich, ob sie irgendwo drauf achten soll, was ich berührungstechnisch evtl. nicht mag oder ob Vorerkrankungen vorliegen. Da ich offen für alles war, fing sie einfach an und was soll ich sagen? Es tat unheimlich gut, es ist eher eine Druckmassage und ich war manchmal erstaunt, wie dieses kleine Persönchen so viel Kraft aufwenden kann… Und sie verweilte länger an den Stellen, die mir so manches Mal Schmerzen verursachen. Oft war es auch ein Ausloten des Körpers, ich weiß zwar nicht genau, wofür, aber ihre Ratschläge am Ende haben mich mehr als verblüfft. Sie sprach genau das an, was mir ein Heilpraktiker beherzigte zu tun…Das jetzt weiter auszuführen, würde allerdings den Rahmen sprengen… aber ich habe ihr versprochen, wieder zu kommen und dann berichte ich ausführlich. Schon allein, wenn man sich mit ihr unterhält, merkt man, dass sie ein sehr offener -aber nicht aufdringlicher – warmherziger Typ ist. Bis hierhin sei nur versichert, dass sie ein echter Geheimtipp ist. Ja, und natürlich kann man bei ihr auch eine ganz “normale” Fußmassage buchen. (Vielleicht mit einem klitzekleinen Aha-Effekt:)?


Der Aufenthalt auf dem Campingplatz war sehr unterhaltsam, abwechslungsreich und voller neuer Eindrücke. Es muss nicht immer das tolle Wellnesshotel fernab von zuhause sein. Manchmal ist “back to the roots” viel spannender und tut auch dem Geldbeutel gut.
Ich bin begeistert, du auch?
Über Kommentare freue ich mich sehr!


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Wie? Das kleine beschauliche Meersburg am Bodensee hat einen Concept-Store? So einen, wie es im hippen Hamburg oder Berlin gibt? Tatsächlich!
In Meersburg führt die Chefin Frau Messerle den wunderschönen Laden “Zierat” mit einer hochwertigen Kombination aus Mode, Wohn-Accessoires, frischen Blumen und Café. Und das schon seit 8 oder 9 Jahren in dieser Kombination, in der Steigstrasse 19, im Schatten der Burg.




Der Laden ist etwas ganz besonderes in Meersburg. Sobald ich eintrete, bin ich tiefenentspannt und freue mich darauf, nette Kleinigkeiten zu entdecken und tolle Kombinationsmöglichkeiten von Altem und Neuem zu finden. Oft bekomme ich ganz ungewohnte Anregungen, wie ich etwas, das ich schon besitze, mit etwas aus dem Store zu arrangieren, so dass ein neuer origineller Look entsteht.
Dies ist kein seelenloser Andenkenladen mit den typischen Mitbringseln des Sees. Es gibt Gottseidank keine Kaffeetassen mit dem Bodenseelogo, T-Shirts mit Billigdrucken oder, am schlimmsten, Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald. Alles hat Stil, ist individuell ausgesucht worden und etwas, was man sich auch zu Hause gerne noch anschaut oder in die Hand nimmt.



Hier kann der (Ehe-)mann in Ruhe seinen leckeren Espresso trinken, während wir Frauen in den neuesten hochwertigen Kollektionen von Marc Aurel, Rich & Royal oder Yaya stöbern. Für die Kinder gibt es währenddessen Fritz Cola oder Schokolade am Stiel. Für mich selber bestelle ich gerne einen Chai, Tiger Spice, wahlweise mit Zimt, ohne Zucker, mit Ahornsirup oder Green Tea. Es gibt schließlich 8 verschiedene Sorten. Der Kuchen kommt von einem ansässigen Bäcker, morgens geliefert und für jeden Geschmack etwas dabei. Es reicht vom Brownie, über Rhabarber-Baiser bis zum Käse-Mohnkuchen.
Und während die Blicke in den vielen Räumen umherschweifen, findet man sicherlich noch das ein oder andere Accessoire für Zuhause oder als Geschenk für die Daheimgebliebenen. Die vielen verwinkelten Räume werden oft neu dekoriert, den aktuellen Trends entsprechend oder gemäß der Jahreszeiten und es kommt mehrmals wöchentlich neue Mode, immer schön präsentiert und mit den passenden Tüchern, Ketten und Schals arrangiert. Die Auswahl ist nicht so groß, aber dadurch, dass es speziell ausgewählte Kleidungsstücke sind, die es nicht überall gibt, kaufe ich hier viel lieber ein als in den großen Läden, die immer die ewig gleichen Marken führen.


Übrigens gibt es auch einen wunderschönen Garten unterhalb des Hauptgeschäftes, in dem man zwischen Blumen, Brunnengeplätscher und Gartendeko-Elementen sitzen und Kaffee trinken kann. Angegliedert ist das Blumengeschäft für alle, die einen grünen Daumen besitzen. Und für diejenigen, die keinen besitzen, erklärt Geli, die nette Gartenfachfrau, gerne den fachgerechten Umgang mit ihren Blumen und Pflanzen, so dass man noch lange Freude an ihnen hat.
Geöffnet hat der Zierat täglich von 10.00 h bis 18.00 h, Samstags bis um 17.00 h und Sonn- und Feiertags von 11.00 – 17.00 h.
Ha, und das Beste kommt zum Schluss: Weil der Concept Store so schön ist, gibt es seit diesem Monat einen Ableger in Langenargen! Also nichts wie hin!!
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Im November und Dezember ist es am Bodensee oft so neblig, dass ich gerne ins nahegelegene Brandner Tal fahre, um Sonne zu tanken und Berge zu gucken.
Ich bin früh morgens in Überlingen im dicksten Nebel losgefahren und nach gut 1,5 h komme ich in Brand an. Wenn es schnell gehen soll mit der Sonne, könnte ich die Bergbahn nehmen und wäre in ein paar Minuten an meinem heutigen Ziel, dem Burtschasattel, auf 1680m im Bergrestaurant Frööd. Doch die Luft ist so klar und frisch, dass ich in gut 2 h den Berg hinaufkraxele. Der Ausblick ist wunderbar und nach einer kurzen Zeit scheint mir die Sonne ins Gesicht, so sehr, dass ich mitten im Dezember im T-Shirt weiterwandern kann.



Um die Mittagszeit komme ich oben an und staune, wie modern so ein Bergrestaurant sein kann. Auch die Speisekarte beinhaltet althergebrachte Gerichte, die aber jung und innovativ zubereitet werden. So gibt es zB Hirschburger, Kartoffel-Kürbis-Strudel und viel Vegetarisches, immer frisch zubereitet und wenn möglich, aus heimischer Region.


Meine Begleitung wählt den Hirsch- und den Frööd Burger, ich schlage beim Kaiserschmarrn zu. Alle Gerichte sind geschmackvoll angerichtet, sehr reichhaltig und lecker. Beim Kaiserschmarrn schmeckt man jedes einzelne Ei heraus, und davon wurde eine Menge verbacken, der Zwetschgenröster als Beilage ist nicht zu süss und die Nachspeise kommt modern auf einem langen eckigen Teller daher. Die beiden Burger sind sensationell saftig, das Brötchen des Frööd Burgers ist außen knusprig und innen fluffig und alle Zutaten sind knackig frisch. Der Hirsch Burger ist ganz besonders, mit frischem Brot, super gewürzt und mit Preiselbeeren und Pommes als Beilage.
Die Preise sind etwas teurer als im Tal, aber man muss sich bewusst sein, dass jede Zutat hier hoch gebracht werden muss und kein Großmarkt um die Ecke liegt.
Nach dem Essen bringt mir die Bedienung noch einen Liegestuhl für die Sonnenterasse , damit ich die Sonne in vollen Zügen genießen kann.

Anschließend gibt es drinnen beim Kamin noch einen leckeren Cappuccino, bevor ich die 8 km den Berg hinunter in Angriff nehme.
Im Winter gibt es verschiedene Events im Frööd, besonders gut gefällt mir die Idee mit dem Bergfrühstück. An 2 Terminen gibt es alles, was das Herz begehrt von 9.00 – 10.30 h für jeweils 19 € pro Erwachsenen. Eine tolle Idee, falls das Wetter am See mal wieder schlecht ist – aber nicht nur dann! Es ist so gemütlich und geschmackvoll dekoriert, dass es wahrscheinlich vielen Skifahrern schwerfällt, nach einem Mittagessen sich wieder auf die Bretter zu schwingen.






Kennt Ihr auch so schöne Berghütten? Ich freue mich auf Eure Kommentare!
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Ja, es stimmt schon: Im Oktober und November ist es sehr oft nebelig am Bodensee. Heute kam die Sonne erst gegen halb drei für ein paar Stunden zum Vorschein. Also gilt es, schnell zu sein, bequeme Schuhe anzuziehen und bunte Herbstfarben suchen.
5 Minuten von meiner Wohnung entfernt beginnt der Spetzgarter Tobel. Wer einen netten Spaziergang von ca 1,5 h machen möchte, parkt am besten auf dem Parkplatz oberhalb des Krankenhauses und läuft anfangs ein Stückchen die Ausfahrtstrasse hoch, bis der Weg links zum Tobel führt.
Auch hier ist ein kleiner Parkplatz, der meistens freie Plätze hat. Vorbei geht es an Obstwiesen, Pfedekoppeln und Schrebergärten zum Eingang des Tobels.
Viele Spaziergänger trifft man hier nie, vielleicht den ein oder anderen Schlossschüler, da wir gleich an der Spetzgarter Schule des Internates Salem vorbeikommen. 

Vorbei geht es auf einem Höhenweg mit wunderbarem Weitblick – wenn der Nebel sich lichtet- oder, wie heute, an morbiden Stilleben. 

Bei den ersten Häusern biegst du links auf die kleine geteerte Straße ab und folgst ihr auf ihrem kurvigen Weg nach Goldbach. Asphalt mag ich nicht so besonders, aber dieser Weg bietet wirklich traumhafte Ausblicke.


Beim Goldbacher Ortschild geht es zurück durch den kleinen Tobel, vorbei am Salem College zum Ausgangspunkt.


Wie hat euch der Spaziergang gefallen? Ich finde ihn besonders im Herbst schön und der Weg ist auch für Kinder interessant, da sie die meiste Zeit frei laufen können, die Straße wenig Verkehr aufweist und immer wieder Kühe, Pferde oder Schafe zu sehen sind.